Die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. ist die erste große programmatische Schrift seines Pontifikats. Sie behandelt vor allem die Frage, wie die Menschheit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) ihre Würde, Freiheit und Menschlichkeit bewahren kann.

Er sieht KI nicht grundsätzlich als Feind, aber als gewaltige Macht, die den Menschen dienen muss – und nicht umgekehrt. Die Technik dürfe nicht zur neuen Form von Herrschaft, Ungleichheit oder Entmenschlichung werden. Immer wieder fordert er, „zutiefst menschlich“ zu bleiben.

Wie Papst Leo XIII. 1891 in seiner programmatischen Enzyklika „Rerum novarum“ eine katholische Antwort auf die sozialen Herausforderungen durch die Industrialisierung gegeben hat, so ist diese Enzyklika von Papst Leo XIV. nun der Versuch, Antworten zu finden im Hinblick auf die digitale Revolution unserer Gegenwart.

Möge uns diese Enzyklika im Umgang mit den technischen Möglichkeiten Orientierung bieten, dass wir unsere gottgegebene Menschlichkeit nicht verlieren. In diesem Sinne formuliert der Papst: „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen“ (Leo XIV: Enzyklika Magnifica humanitas, 1).

Der Mensch ist Ebenbild Gottes und findet seine Würde nicht in technischer Optimierung, sondern in Beziehung, Liebe, Freiheit und Verantwortung gegenüber Gott und dem Nächsten. Technologie darf das Menschsein ergänzen, aber niemals ersetzen.

Ihr Pfr. Hartmut Constien

https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

27. Mai 2026 - Pfarrer Constien